18WEST – Songs für den Untergang

© Peter Fiebig, Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste

Ein Szenisches Konzert von Julia Mihály

Mitwirkende:
Martin Lorenz: Schlagzeug, Percussion, Gesang
Sebastian Hofmann: Schlagzeug, Percussion, E-Bass, Gesang
Julia Mihály: Gesang, E-Gitarre, Live-Elektronik

 

Unter dem Motto „Wir setzen uns ins Epizentrum des Protestes, wir üben die Revolte – das Publikum zieht ein ins Hüttendorf“ wurde das Publikum in einen Nachbau des einstigen Hüttendorfes aus dem Mörfelder Wald zu einer 60-minütigen Musikperformance eingeladen, welche retrospektiv ausgelegt Ereignisse der Anti – Startbahn-West – Protestbewegung anlässlich des Ausbaus des Frankfurter Flughafens aufgreift.

Inhaltlicher Ausgangspunkt ist nicht nur eine Dokumentation Protest-historischer Ereignisse aus der Zeit von 1979 bis 1984, sondern darüber hinaus eine Auseinandersetzung mit politischer Musik als Diskussions- und Aussage-Träger. Denn zivilgesellschaftlicher Protest als Form demokratischer Interaktion zwischen Herrschenden und Beherrschten drückt sich seit je her auch in politischen Liedern aus. Sowohl auf textlicher als auch auf musikalischer und performativer Ebene wird mit den „18WEST – Songs für den Untergang“ das Spannungsfeld von Agitation und Protest reflektiert und Zugehörigkeits- und Solidaritätsstrukturen erprobt. Für die musikalische Komposition von „18WEST – Songs für den Untergang“ wurden als Ausgangsmaterial politische Lieder der Anti – Startbahn-West – Bewegung der 80er Jahre verwendet. An unterschiedlichen Orten im Hüttendorf finden im Laufe der abendfüllenden Gesamtkomposition musikalische Interventionen statt, mal als Singer-Songwriter-Situation, 80er Jahre „Garagen-Band“ – Setting oder mehrstimmig-dissonante Vokalkomposition. Die musikalische Ebene wird durch installative Klang-Collagen aus O-Tönen von Protest- und Widerstands-Veranstaltungen der Anti-Startbahn-West – Bewegung ergänzt.
Neben stilistischen Bezügen zu politischen Kompositionen aus den Bereichen Neue Musik, Agitprop und Protestmusik werden Schlagzeug, Perkussionsinstrumente und E-Gitarre auf der performativen Ebene ikonisiert eingesetzt. Eine E-Gitarre wird gespielt in dem eine Performerin sie als Noise-Instrument mit den Saiten nach unten auf dem Boden hinter sich her zieht während zwei Schlagzeuger z.B. die aus Holz- und Metallschrott gebauten Hütten sowie Elemente von Polizei-Schutzkleidung als Perkussionsinstrumente bespielen. Diese unterschiedlichen Klangobjekte werden außerdem durch Live-Elektronik klanglich moduliert und erweitert.

© Peter Fiebig, Hellerau Europäisches Zentrum der Künste

Ein Kompositionsauftrag von Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Uraufführung im Rahmen des Tonlagen – Festivals 2019.

Weitere Informationen: https://www.hellerau.org/de/event/julia-mihaly-18west/

© Stephan Floss
© Udo Siegfriedt
© Peter Fiebig, Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste